Sprungmarken

Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

Bedien-Leiste:
Inhalt
Sie befinden sich hier:

Medizinisch notwendige Sachleistungen bei einer chronischen Erkrankung

Natürlich haben Sie auch als chronisch kranke Person ein Recht auf Freizügigkeit. Deshalb können auch Sie nach Deutschland reisen, um hier zu studieren, zu reisen oder zu arbeiten. Welche Besonderheiten es zu beachten gilt erläutern wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) oder Provisorischen Ersatzbescheinigung (PEB) haben Sie während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Deutschland Anspruch auf alle medizinisch notwendigen Sachleistungen unter Berücksichtigung der Aufenthaltsdauer. Medizinische Leistungen sind nicht nur nach einem Unfall oder akut eingetretenen Erkrankungen notwendig. Auch bei bereits bestehenden Erkrankungen benötigen Sie während eines Aufenthaltes in Deutschland eine angemessene medizinische Versorgung. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie aufgrund Ihrer Erkrankung bestimmte Medikamente einnehmen müssen.

Da Sie mit der EHIC oder PEB so gestellt sind wie eine in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Person, müssen Sie die hier vorgesehenen Verfahren einhalten. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie zunächst eine Vertragsärztin/einen Vertragsarzt aufsuchen, der Sie untersucht und die von Ihnen benötigten Behandlungen erbringt oder die von Ihnen benötigten Medikamente verschreibt. Das von Ihnen bisher verwendete Medikament muss deshalb in Deutschland zugelassen sein und zu Lasten der deutschen Krankenkassen abgerechnet werden können. Der Behandler in Deutschland kann Ihnen auch ein anderes Arzneimittel verschreiben, wenn dieses gleich effizient, aber kostengünstiger ist. Er kann ganz von einer Verschreibung absehen, wenn er die Auffassung vertritt, dass das Verschreiben eines Medikaments aus medizinischer Sicht nicht geboten ist. Bei Fragen zu dieser Thematik können Sie sich gerne an uns wenden.

Lebenswichtige medizinische Behandlungen

Lebenswichtige medizinische Behandlungen können in der Regel nur in spezialisierten medizinischen Einrichtungen erbracht werden. Als lebenswichtige medizinische Behandlungen gelten unter anderem:

  • Nierendialyse
  • Sauerstofftherapie
  • Spezielle Asthmatherapie
  • Echokardiographie bei chronischen Autoimmunkrankheiten
  • Chemotherapie

Bei derartigen Behandlungen ist deren Verfügbarkeit vor Ort von besonderer Bedeutung. Bitte setzen Sie sich deshalb im Vorfeld mit dem entsprechenden Leistungserbringer in Verbindung. Klären Sie mit diesem, ob während des von Ihnen geplanten Aufenthaltes ausreichende Kapazitäten und die von Ihnen benötigte Behandlungsform (z. B. Hämodialyse) zur Verfügung stehen.

In bestimmten Fällen haben Sie möglicherweise aufgrund Ihrer Erkrankung keine Zeit, um das in Deutschland vorgesehene Verfahren für gesetzlich krankenversicherte Personen zu durchlaufen. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn Sie nach einer Flugreise nach Deutschland direkt Sauerstoff benötigen. In einem solchen Fall sollten Sie spätestens zwei Wochen vor Ihrem Aufenthalt in Deutschland Kontakt zu einer deutschen Krankenkasse Ihrer Wahl aufnehmen. Teilen Sie dieser alle erforderlichen Informationen (Dauer des Aufenthalts, Urlaubsanschrift) mit und übermitteln Sie ihr eine ärztliche Verordnung des behandelnden Arztes Ihres Heimatlandes. Fügen Sie Ihrem Schreiben eine Kopie Ihres Identitätsausweises und der gültigen EHIC bei. Die Krankenkasse wird sich bemühen eine pragmatische Lösung für Sie zu finden. Sie kann zum Beispiel Kontakt zu einem geeigneten Sauerstofflieferanten aufnehmen und versuchen mit diesem eine Einzelfallregelung zu finden. Sollte ihr dies gelingen erteilt sie dem Lieferanten den Auftrag Ihnen den Sauerstoff zu liefern. Sollte keine Lösung gefunden werden haben Sie immer noch die Möglichkeit die Kosten zunächst selber zu tragen und zur (teilweisen) Kostenerstattung bei Ihrem heimischen Krankenversicherungsträger einzureichen. Bei Rückfragen hierzu können Sie sich gerne an uns wenden.

Befreiung von Zuzahlungen nach Erreichen der Belastungsgrenze

In Deutschland müssen Sie für jedes von der Apotheke abgegebene Medikament mit einer Zuzahlung bis maximal 10,00 Euro rechnen. Da Sie mit der EHIC genauso behandelt werden wie in Deutschland gesetzlich Krankenversicherte gelten diese Regelungen auch für Sie. Genauere Informationen über die Zuzahlungsregeln in Deutschland finden Sie auf der entsprechenden Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Bitte klären Sie mit dem Krankenversicherungsträger oder der nationalen Kontaktstelle Ihres Heimatlandes ab, inwieweit die in Deutschland verauslagten Zuzahlungen möglicherweise bei einer Zuzahlungsbefreiung nach heimischen Rechtsvorschriften Berücksichtigung finden könnten.

Kontakt

EU-PATIENTEN.DE

Pennefeldsweg 12 c
53177 Bonn

Telefon
+49 228 9530-802/800

Fax
+49 228 9530-801
Zum Online-Kontaktformular

Gesundheits- dienstleister finden

Wir bieten Ihnen hier eine kommentierte Linkliste zu Suchmaschinen im Internet.

Informationsangebote in Grenzregionen

Sie leben in einer Grenzregion und suchen weitere regionale Informationsangebote? Hier haben wir eine Übersicht über für Sie hilfreiche Institutionen zusammengestellt.

Überregionale Informationsträger

Wenn Sie Behandlungsmöglichkeiten zu bestimmten Krankheiten oder weiterführende Informationen rund um das Thema Gesundheit suchen, finden Sie hier weitere überregionale Informationsangebote.

Checklisten

Informationen zur Behandlung in Deutschland auf einen Blick