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Kostenübernahme bei Behandlung wie gesetzlich Krankenversicherte (Europäische Krankenversicherungskarte)

Sie benötigen während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Deutschland medizinische Leistungen und legen beim Leistungserbringer Ihre Europäische Krankenversicherungskarte oder Provisorische Ersatzbescheinigung vor. Damit weisen Sie nach, dass Sie wie eine in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Person behandelt werden möchten und dass der Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes die Kosten übernimmt.

Anspruchsnachweis (Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte oder der Provisorischen Ersatzbescheinigung)

Bitte legen Sie bei dem Behandler Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) vor. Die EHIC befindet sich in der Regel auf der Rückseite Ihrer Versicherungskarte. Sollte diese dort nicht abgebildet sein müssten Sie sich die EHIC vor Reiseantritt von Ihrem Krankenversicherungsträger ausstellen lassen. Befinden Sie sich bereits in Deutschland und führen Sie keine EHIC mit, bitten Sie Ihren Krankenversicherungsträger Ihnen eine Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) auszustellen. Mit dieser können die Leistungserbringer in Deutschland genauso abrechnen wie mit Ihrer EHIC.

Leistungsumfang

Während eines vorübergehenden Aufenthaltes in Deutschland haben Sie mit Hilfe der EHIC oder PEB einen Anspruch auf alle im deutschen Leistungssystem medizinisch notwendigen Behandlungen unter Berücksichtigung der von Ihnen geplanten Aufenthaltsdauer. Über die medizinische Notwendigkeit entscheidet der Behandler. Dabei ist das Leistungsspektrum nicht nur auf Notfallbehandlungen begrenzt, sondern kann über diese hinausgehen. Denn es macht bei der Entscheidung über die medizinische Notwendigkeit einen Unterschied, ob Sie sich zum Beispiel zwei Wochen oder zwei Jahre in Deutschland aufhalten. Klar ist, dass niemand gezwungen sein soll seinen Aufenthalt in Deutschland vorzeitig abzubrechen, zu unterbrechen oder gar nicht erst anzutreten, weil er ansonsten eine medizinisch notwendige Behandlung nicht rechtzeitig erhalten kann. Dies gilt in der Regel auch dann, wenn Sie chronisch krank oder schwanger sind.

Welche Leistungen Ihnen im Rahmen der EHIC oder PEB angeboten werden können, richtet sich nach dem gesetzlichen Leistungsspektrum in Deutschland. Sieht zwar das Recht Ihres Heimatlandes die von Ihnen gewünschte Leistung vor, z. B. eine bestimmte Behandlungsform, nicht aber das Recht in Deutschland, können Sie sich in Deutschland nicht über die EHIC sondern höchstens wie ein privat Krankenversicherter behandeln lassen. In der Regel wissen die Leistungserbringer in Deutschland, ob sie eine Leistung mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen können oder nicht. Es kann also sein, dass Sie mit Hilfe der EHIC in Deutschland eine Leistung nicht erhalten, die Ihnen im Heimatland zustehen würde. Umgekehrt könnten Sie in Deutschland Leistungen erhalten, die das Leistungssystem Ihres Heimatstaates nicht kennt. Ein Vorgehen über die EHIC kann folglich im Einzelfall entweder eine Einschränkung bedeuten oder Ihnen ein breiteres Behandlungsspektrum ermöglichen.

Sie sind im Spanischen Gesundheitssystem versichert. Während Ihres Sommerurlaubs in Deutschland haben Sie starke Zahnschmerzen. Sie wenden sich an einen niedergelassenen Vertragszahnarzt und legen Ihre EHIC vor. Sie werden behandelt, obwohl zahnärztliche Behandlungen nicht Teil des spanischen Leistungssystems sind. Der deutsche Zahnarzt rechnet seine Kosten mit einer deutschen Krankenkasse Ihrer Wahl ab. Der spanische Krankenversicherungsträger ist bei Erhalt der deutschen Rechnung verpflichtet diese zu erstatten.

Vorgehen in der Praxis

Zwischen dem GKV-Spitzenverband, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft wurden Verfahrensweisen für Patientinnen und Patienten vereinbart, die im EU-Ausland krankenversichert sind, sich vorübergehend in Deutschland aufhalten und auf eine medizinische Versorgung angewiesen sind. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über die Kerninhalte dieser Vereinbarungen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der entsprechenden Seite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland oder in der unten abgebildeten Linkbox.

Bitte wenden Sie sich in Deutschland mit Ihren gesundheitlichen Beschwerden zunächst an eine Vertragsärztin bzw. einen Vertragsarzt oder an eine Vertragszahnärztin bzw. einen Vertragszahnarzt. Sie können fast alle Fachärzte direkt aufsuchen. Bei einem urologischen Problem müssen Sie zum Beispiel nicht zunächst einen Termin mit einem Allgemeinmediziner vereinbaren, sondern können sich direkt an einen niedergelassenen Urologen wenden. Der Status als vertraglicher Leistungserbringer liegt vor, wenn der Behandler in den entsprechenden Suchmaschienen der Kassenärztlichen Vereinigungen bzw. Kassenzahnärztlichen Vereinigungenzu finden ist. Suchen Sie die zugelassenen Krankenhäuser in Deutschland bitte nur in absoluten Notfällen auf. Natürlich können Sie die Behandler auch direkt im Vorfeld fragen, ob sie gesetzlich krankenversicherte Personen in Deutschland zu Lasten der Krankenkassen behandeln dürfen.

Legen Sie dem Behandler Ihre EHIC oder PEB und den Personalausweis vor. Der Behandler händigt Ihnen im Falle einer ambulanten bzw. stationären Behandlung die „Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung“ aus. Zahnärzte verwenden das Muster 81. In diesem müssen Sie bestätigen, dass die Einreise nach Deutschland nicht geplant zum Zwecke der Behandlung stattgefunden hat. Sie müssen zudem das voraussichtliche Ausreisedatum aus Deutschland angeben. Des Weiteren tragen Sie in dem entsprechenden Leerfeld ein, welche der zahlreichen deutschen Krankenkassen Sie zum aushelfenden Träger bestimmen möchten. Sie können also irgendeine deutsche Krankenkasse wählen. Sie sind dann für die Dauer der Behandlung an diese Wahl gebunden. Daher sollten Sie sich den Namen der Krankenkasse merken.

Der Behandler findet die „Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung" in seinem Computersystem oder er erhält das Muster 81 von seiner Kassenzahnärztlichen Vereinigung. Die „Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung“ gilt für die vertragsärztliche Versorgung sowie den ambulanten und stationären Krankenhaussektor.

Die Entscheidung über die medizinisch notwendige Behandlung trifft alleine der Behandler. Er rechnet die Kosten über die zuständige Kassenärztliche Vereinigung mit der aushelfenden deutschen Krankenkasse ab. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Verschreibungen hat der Behandler genauso auszustellen wie für in Deutschland gesetzlich krankenversicherte Personen auch.

Da die aushelfende deutsche Krankenkasse im Rahmen des deutschen Rechts nur aushelfend für den Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes tätig wird lässt sie sich die von ihr verauslagten Kosten von Ihrem Krankenversicherungsträger erstatten. Da es sich hierbei um ein verwaltungsinternes Kostenerstattungsverfahren handelt bekommen Sie von diesem nichts mit.

Kosten und Eigenbeteiligungen

Die deutschen Rechtsvorschriften sehen für Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherung Eigenbeteiligungen durch die Patientin oder den Patienten vor. Da Sie mit der EHIC so behandelt werden wie in Deutschland gesetzlich Krankenversicherte müssen Sie diese im gleichen Umfang tragen. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie zum Beispiel für Arzneimittel in Deutschland bis zu 10,00 Euro pro Verschreibung an Zuzahlungen leisten müssen. Wenn Sie über 18 Jahre alt sind müssen Sie grundsätzlich 10,00 Euro pro Aufenthaltstag im Krankenhaus zahlen, maximal jedoch für 28 Tage pro Kalenderjahr.

Akzeptiert der Behandler die EHIC oder PEB nicht und mussten Sie die Rechnung selber im Voraus zahlen haben Sie in der Regel folgende Möglichkeiten:

  • Sie können sich an eine Krankenkasse in Deutschland wenden und mitteilen, dass Ihre EHIC oder PEB nicht akzeptiert wurde. Sie können dann nach Art. 25 Abs. 4 Verordnung (EG) Nr. 987/2009 eine Erstattung in Höhe der deutschen Kassensätze geltend machen.
  • Sie können die Rechnung bei dem Krankenversicherungsträger Ihres Heimatlandes einreichen und um Erstattung der Sätze des Aufenthaltsstaats entsprechend Art. 25 Abs. 5 Verordnung (EG) Nr. 987/2009 bitten. Ihr Krankenversicherungsträger fragt die Sätze bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland an und erstattet Ihnen diese. Dieses Verfahren kann längere Zeit in Anspruch nehmen. Bei Rückfragen hierzu nehmen Sie bitte direkt Kontakt zur Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland auf.
  • Sie können die Rechnung auch bei Ihrem Krankenversicherungsträger einreichen und nach Art. 25 Abs. 6 Verordnung (EG) Nr. 987/2009 um Erstattung der in Ihrem Heimatland geltenden Sätze bitten.

Vor- und Nachteile einer Behandlung wie gesetzlich Krankenversicherte mit Hilfe der EHIC oder PEB

Das oben beschriebene Vorgehen mit der EHIC oder PEB bietet Ihnen die Sicherheit, dass die Kosten der Behandlung weitestgehend übernommen werden.

Allerdings müssen Sie darauf achten, dass Sie sich in Deutschland nur von Gesundheitsdienstleistern behandeln lassen, die in einem Vertragsverhältnis zu den dortigen gesetzlichen Krankenkassen stehen und erhalten Leistungen nur in dem in Deutschland vorgesehenen Umfang.

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