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Nationale Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

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Kostenübernahme bei Behandlung wie gesetzlich Krankenversicherte (Europäische Krankenversicherungskarte)

Sie benötigen während eines vorübergehenden Aufenthaltes im EU-Ausland medizinische Leistungen und legen Ihre Europäische Krankenversicherungskarte oder Provisorische Ersatzbescheinigung vor. Damit weisen Sie im Aufenthaltsstaat nach, dass Sie wie eine dort gesetzlich krankenversicherte Person behandelt werden möchten und dass Ihre Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Anspruchsnachweis (Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte oder der Provisorischen Ersatzbescheinigung)

Bitte legen Sie dem Behandler Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) vor. Die EHIC befindet sich in der Regel auf der Rückseite Ihrer deutschen Krankenversichertenkarte. Sollte diese dort nicht abgebildet sein, müssten Sie sich die EHIC vor Reiseantritt von Ihrer Krankenkasse ausstellen lassen. Befinden Sie sich bereits im EU-Ausland und führen Sie keine EHIC mit, bitten Sie Ihre Krankenkasse Ihnen eine Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) auszustellen. Mit dieser kann der ausländische Leistungserbringer genauso abrechnen wie mit Ihrer EHIC.

Leistungsumfang

Während eines vorübergehenden Aufenthaltes im EU-Ausland haben Sie mit Hilfe der EHIC oder PEB einen Anspruch auf alle im dortigen Leistungssystem medizinisch notwendigen Behandlungen unter Berücksichtigung der von Ihnen geplanten Aufenthaltsdauer. Über die medizinische Notwendigkeit entscheidet der Behandler. Dabei ist das Leistungsspektrum nicht nur auf Notfallbehandlungen begrenzt, sondern kann über diese hinausgehen. Denn natürlich macht es bei der Entscheidung über die medizinische Notwendigkeit einen Unterschied, ob Sie sich zum Beispiel zwei Wochen oder zwei Jahre im EU-Ausland aufhalten. Klar ist, dass niemand gezwungen sein soll, den Aufenthalt vorzeitig abzubrechen, zu unterbrechen oder gar nicht erst anzutreten, weil er ansonsten eine medizinisch notwendige Behandlung nicht rechtzeitig erhalten kann. Dies gilt in der Regel auch dann, wenn Sie chronisch krank oder schwanger sind.

Welche Leistungen Ihnen im Rahmen der EHIC oder PEB angeboten werden können, richtet sich nach dem gesetzlichen Leistungsspektrum des Behandlungsstaates. Sieht zwar das deutsche Recht die von Ihnen gewünschte Leistung vor, z. B. eine bestimmte Behandlungsform, nicht aber das Recht im Behandlungsstaat, können Sie sich dort auch nicht entsprechend behandeln lassen. Welche Leistungen der Behandlungsstaat für gesetzlich Krankenversicherte anbietet, erfahren Sie am schnellsten von den am Ende unserer Urlaubsmerkblätter aufgeführten gesetzlichen Krankenversicherungen vor Ort oder über die dortige nationale Kontaktstelle. Es kann also sein, dass Sie mit Hilfe der EHIC eine Leistung nicht erhalten, die Ihnen in Deutschland zustehen würde. Die Nutzung der EHIC kann folglich im Einzelfall entweder eine Einschränkung bedeuten oder Ihnen ein breiteres Behandlungsspektrum ermöglichen. Kennt z. B. das Recht des Behandlungsstaates eine Leistung für gesetzlich Krankenversicherte, die das deutsche Recht nicht kennt, können Sie diese Leistung dennoch zu Lasten Ihrer deutschen Krankenkasse in Anspruch nehmen.

Während Ihres Sommerurlaubs in Spanien haben Sie starke Zahnschmerzen. Sie wenden sich an das örtlich zuständige Gesundheitszentrum und legen Ihre EHIC vor. Eine Behandlung wird mit der Begründung abgelehnt, dass zahnärztliche Behandlungen nicht Teil des spanischen Leistungskatalogs sind.

Sie müssen sich nun an eine privat praktizierende Zahnärztin oder privat praktizierenden Zahnarzt vor Ort wenden und die Rechnung zunächst vollständig im Voraus zahlen. Nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland können Sie die Rechnung bei Ihrer deutschen Krankenkasse vorlegen und um Kostenerstattung bitten. Diese kann Ihnen die deutschen Kassensätze erstatten. Wenn Sie vor dem Reiseantritt keine Reiseauslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, werden Sie in der Regel den Differenzbetrag selber tragen müssen.

Kosten und Eigenbeteiligungen

Die meisten Mitgliedstaaten sehen für Leistungen im Rahmen der gesetzlichen Sozialversicherung Eigenbeteiligungen durch die Patientin oder den Patienten vor. Da Sie mit der EHIC so behandelt werden wie in diesem Staat gesetzlich krankenversicherte Personen, müssen Sie diese im gleichen Umfang tragen.

Akzeptiert der Behandler die EHIC oder PEB nicht, und müssen Sie die Rechnung selber im Voraus zahlen, haben Sie in der Regel folgende Möglichkeiten:

  • Sie können sich an den dortigen Krankenversicherungsträger wenden und mitteilen, dass Ihre EHIC oder PEB nicht anerkannt wurde. Sie können dann eine Erstattung in Höhe der im Aufenthaltsstaat geltenden Sätze erhalten.
  • Sie können die Rechnung bei Ihrer deutschen Krankenkasse einreichen und um Erstattung der Sätze des Aufenthaltsstaats bitten. Ihre deutsche Krankenkasse erfragt die Sätze bei dem Krankenversicherungsträger des Aufenthaltsstaats an und erstattet Ihnen diese. Dieses Verfahren kann längere Zeit in Anspruch nehmen.
  • Sie können die Rechnung bei Ihrer deutschen Krankenkasse einreichen und um Erstattung der deutschen Kassensätze bitten.

Das oben beschriebene Vorgehen mit der EHIC oder PEB bietet Ihnen die Sicherheit, dass die Kosten der Behandlung weitestgehend übernommen werden.

Allerdings müssen Sie darauf achten, dass Sie sich im Aufenthaltsstaat nur von Gesundheitsdienstleistern behandeln lassen, die in einem Vertragsverhältnis zu den dortigen gesetzlichen Krankenversicherungen stehen, und erhalten Leistungen nur in dem dort vorgesehenen Umfang.

Dokumente und Links

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